Flugzeugentführung als Methode der PFLP

INTERNATIONALE VERNETZUNG DER PFLP UND FLUGZEUGENTFÜHRUNG ALS METHODE

Zwischen 1968 und 1972 sollen Palästinenser*innen an 52 Angriffen auf den Luftverkehr beteiligt gewesen sein. 1968 wurde erstmals eine israelische El-Al Maschine von London nach Tel Aviv durch Mitglieder der PFLP entführt, die die Piloten zur Landung in Algerien zwangen. Dort wurden zunächst alle nicht-israelischen Geiseln und anschließend alle israelischen Frauen und Kinder freigelassen. Die verbliebenen zwölf israelischen Staatsbürger wurden erst fünf Wochen später im Austausch gegen palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen freigelassen.

 

Viele linke militante Gruppierungen anderer Länder standen der PFLP, die sich selbst als marxistisch-leninistisch und antiimperialistisch verstand, ideologisch nahe. So verwundert die Beteiligung von Mitgliedern anderer radikaler linker Gruppierungen an weiteren Flugzeugentführungen durch palästinensische Terrororganisationen in den 1970er Jahren nicht. Auch deutsche Gruppierungen, wie beispielsweise die RAF oder die Revolutionären Zellen, unterstützten die PFLP in ihrem Kampf gegen den von ihnen titulierten »israelisch-amerikanischen Imperialismus«.

 

Die internationale Vernetzung von palästinensischen Terrororganisationen zeigte sich auch bei der Geiselnahme während der Olympischen Spiele in München 1972. Bei der Entführung der israelischen Mannschaft, die elf Geiseln das Leben kostete, versuchten Mitglieder der palästinensischen Gruppe Schwarzer September, neben 232 arabischen Gefangenen auch Ulrike Meinhof, Andreas Baader und den Japaner Kozo Okamoto freizupressen.

 

Im gleichen Jahr wurde mit der »Kiel« eine Lufthansa-Maschine von palästinensischen Terrorist*innen gekapert. Die deutsche Bundesregierung unter Willy Brandt tauschte drei Entführer des Olympia-Attentats gegen zwanzig Geiseln ein – ein Handel, der besonders in Israel stark kritisiert wurde. Tiefe Spuren im Gedächtnis der deutschen Öffentlichkeit hinterließ die Entführung der Lufthansa-Maschine »Landshut« im Oktober 1977 durch Mitglieder der PFLP, um den Forderungen der RAF im Zuge der gleichzeitigen Entführung Hanns-Martin Schleyers Nachdruck zu verleihen.

 

Ein Jahr zuvor, am 27. Juni 1976, startete der Flug 139 der Air France von Tel Aviv nach Paris. An Bord befanden sich 243 Passagier*innen sowie die zwölfköpfige Besatzung. Beim Zwischenstopp in Athen stiegen die vier Entführer*innen an Bord: Brigitte Kuhlmann und Winfried Böse von den Revolutionären Zellen sowie Fayez Abdul-Rahim Jaber und Naji Al-Arjam von der PFLP.

 

TEXT: Marlon Saadi und Lena Senoner

 

»Revolutionary violence at this stage plays a very important role.«

So steht es im Pamphlet »Tasks of the New Stage – Revolutionary Violence« der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) von 1972. Nach dem Sechs-Tage Krieg 1967 wählten immer mehr palästinensische Gruppierungen Flugzeugentführungen als Mittel in ihrem Kampf gegen den israelischen Staat.

DIE SELEKTION VON ENTEBBE?

 

Ein studentisches Ausstellungsprojekt -

Die Ausstellung war zwischen dem

21. September bis zum 21. Dezember 2016

in der Bildungsstätte Anne Frank (Frankfurt)

zu sehen.

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