Rolle Idi Amins

WARUM UGANDA? DIE ROLLE IDI AMINS

Das Verhältnis Idi Amins zu Israel

 

Idi Amin herrschte von Januar 1971 bis April 1979 als Diktator in Uganda. Als ranghöchster General der ugandischen Armee putschte er sich an die Macht und wurde zu diesem Zeitpunkt noch vom Staat Israel unterstützt. Anfangs stand er den Israelis somit aufgeschlossen gegenüber. Dies änderte sich, nachdem er Israel 1971 um finanzielle und militärische Unterstützung gebeten und eine Zurückweisung erfahren hatte. Eine Reise nach Libyen hatte daraufhin eine Kehrtwende in Idi Amins Politik zur Folge.

 

Er selbst bekannte sich nun zum Islam und trieb die Islamisierung Ugandas voran. Schnell formulierte er auch öffentlich Kritik am Staat Israel und dessen Umgang mit den Palästinenser*innen. Ein Jahr nach seiner Machtübernahme verordnete er schließlich im März 1972 die Ausweisung aller israelischen Staatsbürger*innen aus Uganda. Neben dem Antizionismus postulierte er die Bekämpfung der Überreste von Kolonialismus, Imperialismus und Rassismus für seine außenpolitische Agenda. Amin selbst sah Israel in diesem Sinne als eine weitere Kolonie an, die von imperialistischen Mächten geschaffen und gesteuert werde: »The colonial powers, for their imperialistic motives, created Israel, carved out of the State of Palestine […].« So knüpfte er auch Kontakte zur Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und den arabischen Staaten, von denen einige den Staat Israel offen ablehnten.

 

War der offen zur Schau gestellte Antizionismus Idi Amins nur ein Mittel, um militärische und finanzielle Hilfe von den reichen Ölstaaten zu erhalten, die ihm zuvor von Israel verweigert worden war? Er selbst gab zu, dass die arabischen Staaten ihm Geld für die Verbreitung des Islam in Uganda versprachen:

»I want to turn Uganda into an Islamic republic. This explains why I have made Uganda a member of the Arab League. The Arabs want the idea and have promised me a lot of money.«

 

Spätestens nach seiner Rede vor der UN im Oktober 1975, in der er die Auslöschung des jüdischen Staates forderte, war er international als Gegner Israels bekannt, der gemeinsam mit den arabischen Staaten die Zerschlagung Israels anstrebte.

 

Idi Amins Rolle während der Geiselnahme

 

Als am 27. Juni 1976 die Air France-Maschine entführt wurde, unterstützte Amin die Entführer*innen mit Verpflegung und militärischem sowie medizinischem Personal, welches auch die Geiseln behandelte. Er sympathisierte offen mit den Entführer*innen und inszenierte sich als Vermittler zwischen diesen und dem Staat Israel. Gegenüber den Geiseln, die er mehrmals besuchte, stellte er sich als Beschützer dar, der alles tue, um ihre Freilassung zu erwirken.

 

Zudem ließ er sie in dem Glauben, dass die ausbleibende Befreiung allein an der israelischen Regierung liege und sie die erste Welle der Freilassung allein ihm zu verdanken hätten. Die Entführer*innen selbst bezeichnete er als Freiheitskämpfer*innen, stellte ihnen weitere Waffen und Munition zur Verfügung und riet der israelischen Regierung, auf ihre Forderung einzugehen. Die griechische Geisel Christos Sarantis berichtete nach seiner Befreiung sogar:

»We were guarded by black soldiers and about one hundred persons in civilian dress who had excellent relations and cooperated with the hijackers. There was full cooperation between Amin, his men and the hijackers.«

 

Als die Israelis die Geiseln schließlich gewaltsam befreiten, wurde ein Teil der ugandischen Luftwaffe zerstört und zwanzig ugandische Soldaten getötet. Für Amin war dies eine schwere Demütigung. Die zur Zeit der Befreiungsaktion im Krankenhaus befindliche Dora Bloch wurde aller wahrscheinlich nach im Anschluss an die Befreiung in Uganda ermordet. Im weiteren Verlauf verschlechterten sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Uganda und Kenia, welches das israelische Befreiungskommando logistisch unterstützt hatte. Die Folge war, dass beide Länder gegenseitig Embargos verhängten, was zu einer wirtschaftlichen Krise in Uganda führte.

 

TEXT: Maximilian Haß

 

»I call for the expulsion of Israel from the United Nations and the extinction of Israel as a State, so that the territorial integrity of Palestine may be ensured and upheld.«

 

Mit diesen Worten brachte der ugandische Staatspräsident Idi Amin am 1. Oktober 1975 vor der Versammlung der Vereinten Nationen in New York seine Meinung zum Konflikt zwischen Israel und Palästina zum Ausdruck und heizte so die Diskussion um die Verhältnisse im Nahen Osten weiter an.

.

DIE SELEKTION VON ENTEBBE?

 

Ein studentisches Ausstellungsprojekt -

Die Ausstellung war zwischen dem

21. September bis zum 21. Dezember 2016

in der Bildungsstätte Anne Frank (Frankfurt)

zu sehen.

FOLLOW US

© Copyright 2016. All Rights Reserved. All pictures by Felix Schmitt.