Entführung

DIE FLUGZEUGENTFÜHRUNG INS UGANDISCHE ENTEBBE

»People were ripping off their Jewish star necklaces and throwing them on the floor; they were afraid«, so schilderte Emma Rosenkovitch später in der israelischen Tageszeitung Jerusalem Post den Moment der Entführung.

 

Während der Zwischenlandung in Libyen täuschte Patricia Martell eine Schwangerschaft vor, woraufhin sie das Flugzeug verlassen durfte. Später identifizierte sie die Täter*innen auf Fahndungsfotos. Die Entführer*innen steuerten die damalige ugandische Hauptstadt Entebbe an und landeten dort am frühen Morgen des 28. Juni.

 

In Entebbe wurden die Geiseln von den Terrorist*innen, begleitet von ugandischen Soldaten, in das alte Flughafenterminal gebracht. Später stießen weitere palästinensische Terroristen, untern ihnen wahrscheinlich Fouad Awad, Abdel al-Latif und Abu Ali hinzu. Awad übernahm vor Ort die Kontrolle. Der ugandische Präsident Idi Amin verschaffte sich in mehreren Besuchen einen Eindruck von der Lage.

 

Am 29. Juni übermittelte Awad die Forderungen der Entführer*innen über das ugandische Radio: 53 inhaftierte Terrorist*innen sollten freigelassen und nach Uganda gebracht werden. Air France sollte für fünf Millionen US-Dollar den eigenen Airbus freikaufen. Im Gegenzug würden die Geiseln freikommen. Am selben Abend begannen Kuhlmann und Böse damit, die Geiseln aufzuteilen. Zuvor waren ihre Pässe eingesammelt und geprüft worden. Die ausgewählten Geiseln mussten sich in einen gesonderten Raum begeben, 47 Personen wurden am Folgetag freigelassen und nach Paris ausgeflogen. Am 1. Juli durften etwa 101 weitere Geiseln den Flughafen in Entebbe verlassen; die meisten von ihnen waren französische Staatsbürger*innen. Die zwölfköpfige Crew der Air France-Maschine blieb bei den ausgewählten Geiseln.

 

Im weiteren Verlauf verlängerten die Terrorist*innen das Ultimatum zur Erfüllung der Forderungen um drei Tage auf Sonntag, den 4. Juli 1976. Israel hatte zuvor die Bereitschaft zu einem Austausch geäußert, um mehr Zeit zu gewinnen. Unterdessen bereitete sich in Israel unter strenger Geheimhaltung eine Spezialeinheit der Armee auf die Befreiung der Geiseln mit Waffengewalt vor. Ein Tag vor Ablauf des Ultimatums wurde die britisch-israelische Geisel Dora Bloch in ein ugandisches Krankenhaus gebracht.

 

In der Nacht von Samstag auf Sonntag trafen die israelischen Soldaten in Entebbe ein. Im Feuergefecht auf dem Flughafengelände starben drei Geiseln, der israelische Offizier Yonatan Netanyahu, sieben Terrorist*innen, unter ihnen Kuhlmann und Böse, sowie mehrere Soldaten der ugandischen Armee. Die befreiten Geiseln wurden im Anschluss an die Befreiungsaktion »Operation Thunderbolt« nach Israel ausgeflogen. Dora Bloch verschwand unmittelbar nach der Befreiung aus dem Krankenhaus. Ihre Leiche wurde 1979 in der Nähe von Kampala gefunden.

 

TEXT: Julia Wirth und Kevin Müller

 

Am 27. Juni 1976 startete eine Maschine der Air France von Tel Aviv in Richtung Paris. Während der Zwischenlandung in Athen stiegen die Terrorist*innen Brigitte Kuhlmann und Wilfried Böse, Mitglieder der Revolutionären Zellen, sowie die Aktivisten der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) Fayez Abdul-Rahim Jaber und Jayel Naji al-Arjam zu. Kurz nach dem Start um 12:20 Uhr übernahmen diese unter der Führung von Kuhlmann und Böse die Gewalt über die Maschine und zwangen die Piloten zur Zwischenlandung im lybischen Bengasi.

DIE SELEKTION VON ENTEBBE?

 

Ein studentisches Ausstellungsprojekt -

Die Ausstellung war zwischen dem

21. September bis zum 21. Dezember 2016

in der Bildungsstätte Anne Frank (Frankfurt)

zu sehen.

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